Urlaub, direkt vor der Haustür in Rheinberg NRZ 11.07.2016

Foto: Volker Herold

Foto: Volker Herold

Beim Kinderferien-Programm im Haus der Generationen erleben 80 Kinder aus Familien mit schmalem Geldbeutel eine Woche lang spannende Aktionen, ganz ohne eine lange Reise antreten zu müssen.

Sechs Wochen Ferien, sechs Wochen keine Schule. Sechs Wochen Zeit fürs Spielen und Toben – und für die meisten auch eine oder sogar mehrere Wochen Zeit für eine Reise. Aber längst nicht alle Kinder in Rheinberg können in diesen Sommerferien die Koffer für eine spannende Reise packen. Einigen Familien fehlt das Geld für solche Unternehmungen. Aber auch deren Kinder sollen in diesen Sommerferien etwas erleben. Gestern begann das Kinderferien-Programm im Haus der Generationen.

Schon morgens um neun standen die ersten Kids vor der Tür, bereit für spannende Abenteuer vor der Haustür und eine tolle Zeit mit anderen Kindern. 80 Kinder aus mehr als 20 Nationen werden in dieser Woche von rund 20 Helfern betreut. Die Sprachbarrieren sind gering. Im Liederkurs wird mehr gesummt als gesungen. Bei der Pantomime funktioniert Kommunikation über Körpersprache. Das Angebot ist eine Gemeinschaftsaktion von zahlreichen Sponsoren aus der Rheinberger Unternehmerschaft und Helfern rund um Caritas, Diakonie und vielen anderen. Der Bedarf, das wissen die Helfer aus ihrer täglichen Arbeit, ist eigentlich auch in Rheinberg noch größer, aber bei 80 Kindern ist das Haus der Generationen einfach am Rand seiner Kapazitäten angekommen.

„Die Kinder kommen aus allen Ortsteilen Rheinbergs und sind zwischen 5 und 14 Jahren alt. In diesem Jahr haben wir erstmals auch Flüchtlingskinder mit dabei und es ist erstaunlich, wie gut diese Kinder überall mitmachen können. Wie sie schon nach kurzer Zeit in Deutschland viel von unserer Sprache verstehen“, sagt Bernard Bauguitte von der Diakonie, der die Ferienaktionen für Kinder aus Familien mit schmalem Geldbeutel in den Sommer- und Herbstferien schon seit Jahren mitgestaltet.

Auch in diesem Jahr haben sich die Helfer wieder ein buntes, attraktives Programm ausgedacht, um die Kinder zu begeistern. Über Tanz, Musik, Puppentheater und Pantomime geht es hin zu Bastel- und Malangeboten und natürlich einem großes Abschlussfest am Samstag dieser Woche im Haus der Generationen.

„Zu den Aufführungen laden wir dann auch die Familien der Kinder ein. Für beide Seiten ist das ein tolles Erlebnis. Die Kinder profitieren unheimlich durch den Applaus und die positive Wahrnehmung, die sie so erfahren. Viele Eltern sind bei diesen Aufführung immer ganz besonders erstaunt, was ihre Kinder eigentlich alles können“, sagt Bauguitte.

Besonders freut sich Mitorganisator Manuel Kutz von der Caritas darüber, dass auch in diesem Jahr so viele junge engagierte Helfer dabei sind. „Wir wollen das junge Ehrenamt mit diesem Projekt wieder stärken. Viele Jugendliche wollen sich engagieren, suchen aber nach der richtigen Aktivität. Wir erleben, dass viele hier besonders gerne helfen, weil sie den Erfolg ihres Engagement sofort sehen“, erklärt Kutz. Von den Praktikanten, die in diesem Jahr mit den Kindern basteln, malen und spielen, waren viele selbst einmal als Teilnehmer beim Kinderferien-Programm dabei. Vier andere sind Auszubildende bei der Volksbank Niederrhein. „Die Auszubildenden machen hier wertvolle Erfahrungen, die für ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen wichtig sind“, sagt Personalmanagerin Viviane Pohl. Und so ist die Woche im Haus der Generationen für alle Beteiligten eine spannende und wertvolle Zeit.

Felix zur Nieden

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