Neustrukturierung der evangelischen Familienbildung WAZ vom 31.07.2014

68800336-kOKE-656x240-DERWESTEN Der evanglische Kirchenkreis Moers strukturiert seine Familienbildung um. Das merken auch die Rheinberger. Anstatt Kurse von der Stange anzubieten, werden ab sofort Ansprechpartner vor Ort individuelle Fragen und Anregungen behandeln.

Eigentlich ist es nur eine Umstrukturierung innerhalb des evangelischen Kirchenkreises. Doch die Auswirkungen sollen sich positiv auf das Kursangebot der Familienbildung auswirken. Ab sofort stehen drei Ansprechpartner für die einzelnen Regionen zur Verfügung. Damit soll ein individuelles Angebot, inklusive persönlichen Wünschen, gesichert werden.

Anke Sczesny war zuvor in Rheinberg für das Haus der Generationen zuständig. Diese Arbeit übernimmt sie auch weiterhin, doch ihr Zuständigkeitsbereich hat sich erweitert. Ab sofort ist sie auch für die Betreuung der Familienkurse in Rheinberg und Umgebung zuständig. „Wir wollen Stützpunkt der Individualität sein, in dem wir Ansprechpartner vor Ort haben“, berichtet sie. Konkret heißt das, dass die Betreuer vor Ort mit den Teilnehmern ins Gespräch kommen, Wünsche, Bitten und Fragen annehmen und dann individuelle Vorschläge für das Bildungsangebot vor Ort machen. In Rheinberg wurde, so berichtet es Anke Sczesny, von den Teilnehmern eine Mutter-Kind-Gruppe die Bitte laut, auch eine Gruppe für berufstätige Mütter zur eröffnen, damit auch diese sich weiterhin nach der Arbeit treffen können. „Da sind wir gerade dran, das einzurichten“, so Sczesny.

Das Angebot, so der evangelische Kirchenkreis, könne so nicht nur verbreitet, sondern auch vor Ort verfügbar gemacht werden. „Wir bringen Menschen und Ideen zusammen. Das gilt nicht nur für das Kursangebot, sondern auch für die Kooperationspartner“, erklärt Andrea Kröger, die bislang alleine von Moers aus, die Bildungsangebote erstellt und betreut hat. Kooperationen mit Vereinen und Verbänden vor Ort sowie Schulen und Kitas oder der eigenen Kirchengemeinde sollen nun besser voran getrieben werden. Dazu gehört auch die Weiterbildung. „Wir sind auch Dienstleister, wenn es um die Weiterbildung von Erziehern geht“, gibt An-drea Kröger zu verstehen.

Lange stand bereits die Idee im Raum, auch die Regionalstellen vor Ort ins Programm einzubinden. „Jetzt, als sich die Möglichkeit ergeben hat, haben wir das Konzept aufgenommen“, erklärt Superintendent Ferdinand Isigkeit des Kirchenkreises Moers. Denn, so erklärt Kröger, es habe sich das Familienbild in den vergangenen 20 Jahren stark verändert.

„Früher bekamen die Frauen Kinder und blieben Zuhause. Sie gingen in Kindergruppen und hatten einfach Zeit, sich mit dem Kind zu beschäftigen“, erklärt Andrea Kröger. Heute erlebe sie immer öfter, dass die Frauen früher wieder arbeiten gingen und die Zeit mit dem Kind weniger und dadurch kostbarer geworden ist. „Wir wollen mit unserem Angebot die Beziehungen zueinander fördern und die Familien dazu bringen, sich Zeit zu schenken“, sagt sie.

Bei den neuen Angeboten steht weiterhin die klassische Gruppenarbeit im Vordergrund. Doch Anregungen und Wünsche der Teilnehmer, um die Kurse zu erweitern, werden gerne entgegen genommen und bei Bedarf auch regional ausgeweitet. „Wenn ein Kursus gut bei den Müttern in Rheinberg ankommt, kann man auch darüber nachdenken, ihn in Moers anzubieten“, so die Organisatoren. Die Zeiten des allgemeingültigen Angebotes sind nun vorbei.

Das neue Kursprogramm mit allen Terminen wird nach den Sommerferien in den evangelischen Kirchen ausliegen und online einsehbar sein (www.kirche-moers.de/familienbildung). Kooperationspartner können sich bereits jetzt beim Kirchenkreis über die neue Broschüre „Den Himmel finden“ informieren.

Das könnte Dich auch interessieren...